Die erste Sitzung des neuen Ausschusses für Mobilität‑ und Verkehrsplanung, Stadtentwicklung, Umwelt‑ und Klimaschutz fand am 04.03.2026 von 17:00 Uhr bis 20:30 Uhr im Ratssaal statt.
Auf der Tagesordnung standen zahlreiche große Themen – vom Nahverkehrsplan über den Radschnellweg Wesel–Voerde–Dinslaken bis hin zur Entwicklung des Trabrennbahn-Areals.
Der eigentliche Sinn eines Ausschuss für Mobilität‑ und Verkehrsplanung, z.B. den Pendlerinnen und Pendlern einen reibungslosen Individualverkehr mit ausreichend kostenlosen Parkmöglichkeiten zu ihren Arbeitsstätten zu gewährleisten, wurde komplett verfehlt. Es ging eigentlich nur um die Förderung des Freizeitverkehrs mit dem Fahrrad, und um weitere Behinderungen des PKW-Verkehrs durch unnötige Geschwindigkeitsbegrenzungen und Rückbau von Fahrbahnen.
Inhaltlich bot die Sitzung viel, teilweise zu viel Information, die in weiten Teilen bereits im Vorfeld schriftlich vorlag. Trotzdem nutzten viele Akteure die Gelegenheit, sich und ihre Themen noch einmal ausführlich zu präsentieren, anstatt sich auf neue Aspekte oder offene Punkte zu konzentrieren. Dies trug maßgeblich zur Überlänge der Sitzung bei.
Auffällig war das Verhalten der Grünen, die zu nahezu jedem Tagesordnungspunkt Wortbeiträge lieferten – selbst dann, wenn Fragen bereits beantwortet waren. Inhaltlich ging es häufig weniger um kritisches Nachfragen, sondern darum, bekannte Positionen und bereits als „gut“ bewertete Vorlagen noch einmal öffentlich zu loben. Die Hospitantin der Linken schlug in dieselbe Kerbe und wiederholte Fragen und Anmerkungen, die sich aus den Vorlagen längst ergaben.
Besonders plastisch wurde die Debatte um den geplanten Radschnellweg. Der AWG‑FDP‑Vertreter berichtete stolz, er benötige aktuell 58 Minuten mit dem Fahrrad von Dinslaken nach Wesel und freue sich darüber, dass er mit dem rund 40 Millionen Euro teuren Radschnellweg zukünftig etwa 8 Minuten schneller sein könne. Finanziell soll ein Großteil der Kosten zwar durch das Land getragen werden, dennoch bleibt festzuhalten, dass ein derart teures Projekt mit ungewissem Realisierungsstand von den Grünen bereits als Erfolg gefeiert wird – obwohl die endgültige Entscheidung noch aussteht.
Positiv hervorzuheben ist, dass die Busverkehre künftig verbessert werden sollen; der Kreis muss dieser Planung jedoch noch zustimmen. Für die Grünen blieb trotz dieser Verbesserung ein Wermutstropfen: Die Fliehburg wird weiterhin nicht angefahren, was dort auf deutliche Unzufriedenheit stieß. Alle anderen Fraktionen konnten diese Lösung hingegen mittragen; lediglich die Hospitantin der Linken zeigte sich ebenfalls unzufrieden.
Insgesamt war es eine lange, mit Informationen und Vorträgen überfrachtete Sitzung, in der vieles wiederholt wurde, was bereits schwarz auf weiß vorlag. Für die AfD‑Fraktion bleibt der Eindruck, dass Effizienz und Konzentration auf das Wesentliche zugunsten ausgedehnter Selbstdarstellung einzelner Fraktionen deutlich zu kurz kamen.
