In der Sitzung des Schulausschusses am 10. März 2026 haben sich die AfD-Mitglieder aktiv eingebracht, kritisch nachgefragt und mehrere inhaltliche Schwerpunkte gesetzt. Im Mittelpunkt standen die angespannte Situation an der Klaraschule, die Überlastung der Offenen Ganztagsschule (OGS), Fragen zur Schulsozialarbeit, die Schulentwicklungsplanung sowie finanzielle Prioritäten im städtischen Haushalt.
Zu Beginn der Sitzung wurden zwei Bürgerfragen behandelt: Eine Frage richtete sich an den Internationalen Bund (IB) im Zusammenhang mit der OGS, die zweite bezog sich grundsätzlich auf die Klaraschule, deren OGS sowie die dortige Überfüllungssituation. Die AfD machte deutlich, dass die vorhandenen Kapazitäten im Stadtteil bereits jetzt nicht ausreichen, um den Bedarf der Familien angemessen abzudecken, und unterstützte die Bürger in ihren Anliegen.
Besonders kritisch ist die Lage an der Klaraschule. Schon mit der laufenden Bauphase 1 ist die Schule deutlich zu klein dimensioniert und kann den Bedarf im Stadtteil – insbesondere mit Blick auf das geplante Neubaugebiet an der Hünxer Straße – nicht angemessen abdecken. Im offenen Ganztag können bereits heute nicht mehr alle Kinder bedarfsgerecht aufgenommen werden, die OGS ist überfordert und überfüllt. Vor rund zwei Jahren wurde daher ein weiterer Anbau (Bauphase 2) beschlossen, mit damals veranschlagten Kosten von etwa 1,9 Millionen Euro, wobei erfahrungsgemäß mit höheren Endkosten zu rechnen ist. Die AfD hat in der Sitzung klar herausgestellt, dass der Neubau aus schulfachlichen Gründen notwendig ist und dass das geplante Neubaugebiet Hünxer Straße bislang in der praktischen Betrachtung der Kapazitäten unzureichend berücksichtigt wurde.
Gleichzeitig hat die AfD die Frage der Gegenfinanzierung aufgegriffen und eine klare Prioritätensetzung gefordert: Die jährlichen Betriebskosten der Eishalle von rund 1,3 Millionen Euro ließen sich in zwei Jahren nahezu vollständig in den Erweiterungsbau der Klaraschule umlenken. Die AfD hat daher angeregt, freiwillige, hochdefizitäre Freizeitprojekte wie die Eishalle zugunsten zwingend notwendiger Schul- und Betreuungsinfrastruktur zurückzustellen und diese Priorisierung im Rahmen der Haushaltsberatungen weiter zu verfolgen.
Im Zusammenhang mit der Evaluation der Schulsozialarbeit hat die AfD die Verwaltung deutlich kritisiert. Nur etwa 31 Prozent der Schulleitungen haben an der Befragung teilgenommen – eine viel zu geringe Rücklaufquote für belastbare Entscheidungen. In der Sitzung wurde deutlich, dass nicht alle Schulen über einen eigenen Sozialdienst verfügen und dies ein Grund für die geringe Beteiligung sein könnte. Die AfD hat daher nachgefragt, wie die Stadt sicherstellen will, dass künftig alle Schulen einbezogen werden, und eingefordert, die Evaluation zu wiederholen beziehungsweise zu ergänzen. Positiv ist zu vermerken, dass die Verwaltung angekündigt hat, das Thema erneut aufzunehmen und zu prüfen, warum so wenige Schulleitungen geantwortet haben.
Darüber hinaus hat die AfD sich an den weiteren Punkten der Tagesordnung sachlich beteiligt und die im Vorfeld erarbeiteten Handlungsansätze eingebracht:
- Bei der Schulsozialarbeit wurde betont, dass eine reine Steuerung über den Sozialindex NRW nicht zu einer Vernachlässigung von Schulen mit niedriger Indexstufe führen darf. Die AfD hat eine grundlegende Basisversorgung an allen Schulen eingefordert und darauf hingewiesen, dass ordnungspolitische Maßnahmen und eine intensivere Zusammenarbeit mit dem Jugendamt beim Thema Gewalt und Kinderschutz ebenso notwendig sind wie zusätzliche Stundenkontingente.
- Im Zusammenhang mit der Schulentwicklungsplanung und den OGS-Zahlen hat die AfD auf die bereits heute hohe Auslastung hingewiesen und gefordert, steigende Schülerzahlen, Neubaugebiete und den künftigen Ganztags-Rechtsanspruch realistisch einzuplanen – statt „auf Kante“ zu rechnen und dann in Notlösungen zu geraten.
- Bei dem Thema Sporthallenplanung hat die AfD eine Linie fiskalischer Vernunft vertreten: Zustimmung dort, wo nachweislich Kostenvorteile für die Stadt entstehen, und klare Bedingungen bei größeren Investitionen wie der neuen Sporthalle an der Ernst-Barlach-Gesamtschule (Zustimmung nur bei gesicherter Förderkulisse).
Insgesamt zeigt die Sitzung aus Sicht der AfD-Mitglieder, dass die Stadt Dinslaken in der Schulpolitik vor einem Zielkonflikt steht: Steigende Bedarfe durch Neubaugebiete, wachsende Betreuungsansprüche und überfüllte OGS-Angebote stehen einem äußerst angespannten Haushalt gegenüber. Die AfD hat in dieser Sitzung deutlich gemacht, dass Pflichtaufgaben – Unterrichtsräume, OGS-Plätze, baulich ausreichend dimensionierte Schulen wie die Klaraschule – konsequent Vorrang vor freiwilligen Prestigeprojekten haben müssen. Gleichzeitig hat sie durch kritische Nachfragen, konkrete Vorschläge zur Gegenfinanzierung (Eishalle) und die Forderung nach solider Datengrundlage (Evaluation Schulsozialarbeit) konstruktiv an Lösungen mitgearbeitet.
