Vorwort
Julia Schmitz vertritt die regulären Ausschussmitglieder der Fraktion im KPE, hier ist ihr Bericht:
„Gestern durfte ich urlaubsbedingt eine liebe Kollegin im Kulturpartnerschafts- und Europaausschuss vertreten – für mich eine Premiere.
Kaum Platz genommen, fragte mich mein Sitznachbar von den Grünen, welcher Partei ich angehöre. Auf meine Antwort „AfD“ folgte überraschend der Satz: „Oh, da kann man ja noch mal nachträglich gratulieren.“ Sieh an: Politische Unterschiede schließen einen freundlichen Umgang miteinander offenbar doch nicht aus. 😉“
Die Inhalte des Ausschusses
Zum Auftakt berichteten drei Dinslakener Kulturschaffende über ihre Arbeit.
Die Freilicht AG, die seit rund 30 Jahren besteht, gab einen Einblick in ihre Geschichte und die Entwicklung rund um das Burgtheater. Die Veranstaltungen werden komplett ohne Fördergelder durchgeführt. Gleichzeitig stellen sich Fragen zur zukünftigen Finanzierung und zum Erhalt der Zechenwerkstatt – hier ist derzeit noch einiges offen.
Das Theater Halbe Treppe besteht seit 15 Jahren in der ehemaligen Johannesschule in Lohberg. Neben der eigenen Arbeit wurde insbesondere die Bedeutung solcher Kulturangebote für Demokratie und Vielfalt hervorgehoben.
Der Kulturkreis Dinslaken, gegründet 1981, berichtete anschließend über seine vielfältige Arbeit: Workshops und Ausstellungen von Künstlern sowie zweimal jährlich stattfindende Ausstellungen in der Sparkasse. Vorgestellt wurden sowohl vergangene als auch bereits geplante Projekte.
Museum Voswinckelshof
Für das Museum Voswinckelshof wurde eine neue Benutzungs- und Entgeltordnung vorgestellt. Ein regulärer Museumseintritt soll weiterhin nicht erhoben werden. Zusätzliche Einnahmen sollen stattdessen unter anderem durch Spenden, Führungen, Kindergeburtstage und Vermietungen erzielt werden. Erwartet werden rund 10.000 Euro pro Jahr. Der Beschluss fiel einstimmig. Die endgültige Entscheidung trifft der Rat.
Bücherstube Lohberg
Etwas mehr Gesprächsbedarf gab es bei der Bücherstube Lohberg. Nachdem der Rat die Schließung der bisherigen Bibliothekszweigstelle beschlossen hatte, mit der jährlich rund 150.000 Euro eingespart werden sollen – wir befinden uns schließlich in der Haushaltssicherung –, wurde nun eine deutlich günstigere Lösung vorgestellt.
In einer ehemaligen städtischen Dienstwohnung an der Hauerstraße stehen rund 85 Quadratmeter zur Verfügung. Dort könnte eine kleinere Bücherstube entstehen, getragen von viel ehrenamtlichem Engagement und unterstützt durch die Hauptbibliothek. Durch die unmittelbare Nähe zum Theater Halbe Treppe sowie zum Box- und Sportverein ergeben sich außerdem interessante Möglichkeiten für Kooperationen.
Wir finden: eine gute Idee, sofern die Stadt beziffern kann, wo die Mittel herkommen sollen, und das HSK dadurch nicht gefährdet ist. Auch von der CDU und den Grünen wurde die gefundene Lösung positiv hervorgehoben. Die CDU hielt sogar einen kurzen Monolog darüber, dass nun alle Parteien gemeinsam ein Zeichen setzen könnten, immerhin hätten alle Parteien gemeinsam schriftlich der Verwaltung den Auftrag erteilt. Alle? Naja. Fast alle. Wir wurden mal wieder außen vor gelassen – denn mit uns spricht man ja nicht.
Die SPD, die auch gerne von den „Lohberger*innen“ sprach, hatte dagegen noch einigen Klärungsbedarf und bat zwischendurch um eine fünfminütige Sitzungsunterbrechung, um sich zu beraten. Ich blickte währenddessen in einige verdutzte Gesichter.
Die AfD stimmte schließlich erst einmal für den Vorschlag der Verwaltung und gegen eine Vertagung, wie sie von der SPD gefordert wurde. Wir hoffen, bis zur Ratssitzung liegen weitere Informationen über die Finanzierung vor.
Sonstiges
Zum Abschluss wurde noch über die neuen Öffnungszeiten des Stadtarchivs informiert.
„Damit endete für mich nach zweieinhalb Stunden ein interessanter erster Ausflug in den Kulturpartnerschafts- und Europaausschuss.“
